Bericht über die Eröffnung der 700 Jahr Feier der Stiftskirche zu Kyllburg

Mai 29, 2011 No Comments »
Jahr: 1976
Quelle: Pfarrarchiv
Autor: Norbert Müller

Bischofsmesse am 9. Mai 1976 in der Stiftskirche

Einen Tag nach dem 700 jährigen Jubiläum der Stiftskirche zelebrierte Diözesanbischof Dr. B. Stein die Festmesse in Kyllburg. Zu Beginn begrüßte Pfarrer Hellinghausen den Bischof im Namen der Pfarrei und gab seiner Freude Ausdruck, daß er als Nachfolger des Gründers und Erbauers der Stiftskirche, des Trierer Erzbischofs Heinrich von Finstingen (1260-1286), der in Malberg bei Kyllburg geboren wurde, nach Kyllburg gekommen sei, um mit der Pfarrei das 700 jährige Bestehen der Kirche und des Kollegiatstiftes zu feiern.

In Konzelebration mit Regionaldekan Schütz, Religionslehrer Bongartz (frühere Kapläne von Kyllburg), Pfarrer Friedel Kreutz, Dr. Ronig (Trier), Geheimsekretär Dr. Lenzen (Dreis) und Pfarrer Hellinghausen feierte der Bischof das Festhochamt. Der Kirchenchor „Cäcilia“, das Männerquartett „Harmonie“ Kyllburg sangen die 5-stimmige Apostelmesse von Ignatz Mitterer.

In seiner Ansprache ging der Bischof vom Grundstein der Kirche aus, auf dem das Datum „Anno 1276, 8. Mai“ eingraviert ist, aus und brachte ihn in Verbindung mit dem im Lesungstext genannten „Stein, der von den Bauleuten verworfen wurde, aber zum Eckstein wurde“. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, sei „der gute Hirte“ (Evangeliumstext); seine Feinde seien die „Bauleute“, die ihn durch Kreuz, Tod und Auferstehung verworfen haben. Dadurch wurde Christus aber zum Eckstein. So wünschte der Bischof der Pfarrei Kyllburg, daß ihr durch das Jubiläum eine echte Christusbegegnung zuteil werde. Aus der Gründungsidee des Heinrich von Finstingen, durch die Errichtung eines Kollegiatstiftes eine neue Seelsorgeeinheit in der Verantwortung von 12 Kanonikern (Stiftsherren), die Weltpriester waren, zu schaffen, leitete der Bischof eine missionarische Mitverantwortung der Gemeinde ab, die vielleicht mit der Schaffung des Pfarrverbandes Kyllburg im Oktober 1975 die alte Tradition des Kollegiatstiftes fortsetzen möge.

Festakademie im Kurhotel Eifeler Hof

In der anschließenden Festakademie im „Eifeler Hof“, der eingeleitet wurde durch das Klaviertrio c-moll von Ludwig van Beethoven (Peter Enders/Geige, Dr. Otto Schmitt/Klavier, und Gariel Doboly/Cello) konnte Pfarrer Hellinghausen zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Unter ihnen waren der Abt von Himmerod, Minister Holkenbrink, Staatssekretär Horst Langes, Dr. Mertes (MdB), Fritz Mohr (MdL), Landgerichtspräsidenz Dr. Lenerz, Oberstaatsanwalt Pech, I. Kreisdeputierter Billen, die Direktoren der Sparkassen, Direktor Camp von der Landvolkhochschule, Bürgermeister Pauly, Stadtbürgermeister Lano, die Vertreter der Schulen, die Mitglieder von Pfarrgemeinde- und Stadtrat, Geistliche des Dekanates, die ehemaligen Kapläne von Kyllburg, unter ihnen Prof. Peter Jansens (Bonn), und Regionaldekan Schütz, und die zahlreichen Helfer und Mitglieder des Festausschusses die dieses 4-wöchige Fest vorbereitet haben.

Die Grüße der Landesregierung überbrachte Staatssekretär Horst Langes (Kultusministerium). Im Namen der Stadt und der Bürger von Kyllburg begrüßte Bürgermeister Pauly die Festversammlung. Er sprach symbolisch den Dank der Bürger an die Erbauer, die Helfer und alle, die in vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten das Bauwerk unterstützt haben. Er drückte aber auch die Sorge um die bauliche Erhaltung und die Beseitigung der Schäden an der Kirche aus. Den Festvortrag hielt Bistumskonservator Dr. Franz Ronig (Trier). In Form eines Lichtbildervortrages führte der Redner die Zuhörer in anschaulicher Weiser bis in die Gründungszeit zurück und zeigte manchen kunsthistorischen Schatz, der mit dem Bauwerk der Stiftskirche geschaffen wurde, oder mit ihm im Zusammenhang steht, so unter anderem den Grabkelch und den Bischofsstab des Heinrich von Finstingen, der im Domschatz aufbewahrt wird und den der Bischof heute im Hochamt mit sich führte, Bilder aus den vergangenen Jahrzehnten von Stiftskirche, Kreuzgang und Kapitelhaus, Teilansichten vom Hauptportal, vom Sakramentshaus und dem Epitaph des Hugo von Schmidtburg, von der „Staudenmadonna“ und den entsprechenden Erläuterungen zum Kunstverständnis und ihre Einordnung in die Kunstepoche erweckten bei den Zuhörern Begeisterung, zumal da Dr. Ronig in der Lage war, die verschiedenen Stadien der Kunstgegenstände (Urzustand, Zerstörung, Zerfall, Restaurierung) an Hand von Bildern zu belegen. Dr. Ronig betonte auch unter dem Beifall der Zuhörer die besondere glückliche Situation Kyllburgs in der Verbindung von mittelalterlicher Sakralkunst und Landschaft, die „einmalig“ im Rheinland sei.

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