Dienstag, 30. November 2021

Der Himmel weiß-blau, in der Sonne ist es schon richtig warm. Das frische Grün grüßt aus dem Naturpark und lädt uns ein, den Frühlingstag in der Natur zu verbringen. Am „Haus der Begegnung“ starten wir zu unserem Gesprächsrundgang. Im Hahn begrüßen uns schon einige magische Dinge, ein kleiner blauer Schrein, die Porzellanmasken an den alten Buchen… Prima Kulisse für ein Gespräch mit einem Eifeler Fantasy-Autoren.

 Wer den Trierischen Volksfreund von heute Morgen gelesen hat, weiß natürlich, dass der Dreamjumper Taylor Turner heißt und eine literarische Figur ist, aber mit seinem Erfinder, dem Kyllburger Autor Mirko Tomio, war „STADT KYLLBURG“ heute Morgen zu einem kleinen literarischen Waldspaziergang verabredet.

Unser Interview – anders als im TV doch etwas persönlicher und ausführlicher – kommt hier:

Stadt Kyllburg: Herr Tomio, wie geht es einem Kyllburger Autor und Schriftsteller in dieser Pandemie-Zeit?

Mirko Tomio: Die Lesungen fehlen und die Nähe zu meinen Lese-Fans auch. Durch die Pandemie habe ich letztes Jahr kaum Bücher verkaufen können. Das ist dieses Jahr durch die Fertigstellung der Trilogie schon ganz anders. Ich freue mich, dass meine Story über den Traumspringer Taylor Turner so gut ankommt.

Ich habe das Glück, einen systemrelevanten Job im Handel zu haben. Hätte man vor der Pandemie auch nicht gedacht. Es war in den letzten Monaten anstrengend, aber ich bin wirklich froh über den Job. Er macht Spaß, hat viel Abwechslung und ich bewege mich sehr viel! Ich hatte in den letzten Monaten zwar auch ein paar Wochen Kurzarbeit, aber das ist natürlich kein Vergleich zu manch anderen, die ihren Job gar nicht ausüben konnten.

Stadt Kyllburg: Warum gerade Kyllburg, als Wohnort?    

Mirko Tomio: Die moderne helle Wohnung und der super Ausblick vom Balkon aus. Wo wir wohnen, ist es ruhig, die Nachbarn sind nett und man hat hier seine Ruhe. Die Anbindung zur Autobahn ist wenige Minuten entfernt. Man ist schnell in Prüm, Bitburg oder Wittlich. Kindergarten, Schule und Discounter sind zu Fuß erreichbar.

Wir fühlen uns richtig wohl hier, es war eine gute Entscheidung, hierhin zu ziehen.

Stadt Kyllburg: Welche Plätze oder Punkte in Kyllburg erleben Sie als besondere Orte?    

Mirko Tomio:  Es sind oft die kleinen Dinge, die für den einen interessant sind, für andere wiederum nicht. Meine Frau und ich sind schon einige Male durch Kyllburg und um Kyllburg gewandert. Durch den Bahnhofstunnel zu gehen, wenn ein Zug vorbeirauscht, das ist schon ein kleines Erlebnis. Aber auch auf der Brücke unten bei der Pizzeria zu sitzen (Die Pizzen dort sind lecker) und auf die Kyll zu schauen, ist meines Erachtens Erholung. 

Das Freibad fanden wir bei unserem Besuch sauber und gepflegt vor. Finde ich schön, dass die zweitkleinste Stadt in Rheinland Pfalz so einen Rückzugsort der Regeneration besitzt.

Einige Wanderwege haben wir auch schon abgeklappert. Da haben wir interessante Skulpturen gesehen. Der Ausblick über Kyllburg von der Mariensäule ist wunderschön. Wir sind zwar keine Camper, aber der Campingplatz kann sich sehen lassen. Idyllisch mit dem Fluss gleich nebenan.

Stadt Kyllburg:  Wie kamen Sie zum Schreiben?   

Mirko Tomio:  Gesundheitlich bedingt, war ich viel in Kuren. Hauptsächlich in Davos in der Schweiz. Dort traf ich viele Gleichgesinnte. Wir blieben anfangs jahrelang in Kontakt. Es bauten sich Brieffreundschaften auf. Ich habe hunderte Briefe damals geschrieben. Mein längster Brief an eine Brieffreundin waren 24 Seiten zu Weihnachten. Damals legte diese Schreiberei den Grundstein für meinen „Schreibwahn“. Natürlich geht es jetzt mit dem Computer schneller vonstatten.

Stadt Kyllburg:   Was macht das Schreiben mit Ihnen und was ist das, was Sie an Ihren Geschichten selbst fasziniert?  

Mirko Tomio:  Ich kann in eine andere Welt abtauchen. In meine Welt. Mit Dreamjumper konnte ich meine wildesten Fantasien ausleben. Und mir gefällt es, wenn ich andere Leser an meinen Stories teilhaben lassen kann!  

Es geht in meinen Büchern schon echt rasant zu. Mein selbsternannter Antiheld, Taylor Turner, stiftet Chaos, ohne es wirklich zu wollen. Ich zeige auf, was passieren könnte, wenn man fremde Träume manipulieren und sich in Handlungen anderer einmischen würde. Mit manchen Mächten sollte der Mensch nicht spielen.

Welches Genre mir am besten liegt? Ich denke Fantasy. Wobei ich keine Kobolde oder Drachen meine, sondern in etwa wie Dreamjumper. Hier fusionieren Fantasie, Science-Fiction, Horror, Rätsel und Realität zu einem rasanten Thriller-Cocktail.

Mich faszinieren an meinen Geschichten die Wandlungen der Charaktere und Handlungen. Nach und nach entwickelt sich ein Charakter in eine völlig andere Richtung, oder die Kapitel enden völlig anders als ich zuerst dachte. Ich habe schon oft fünfzig Seiten geschrieben und Wochen später dreißig davon wieder gelöscht, da sie mir nicht gefallen haben. Auch habe ich durch die Recherche für Dreamjumper viele interessante Gespräche geführt. Da war das Gespräch mit einem Mitglied der KrimKatKom eines von vielen!

Stadt Kyllburg:  Welche Anregungen für Geschichten und Figuren fanden Sie denn in unserer schönen Waldeifel?

Mirko Tomio:  Ich will, dass meine Leser mittendrin sind. Sie sollen die Angst und die Freude der Charaktere spüren können. Was fühlt die Figur, wenn sie in gewissen Situationen ist? Was fühlt dabei der Leser? Daher waren mir auch die Beschreibungen der Straßen wichtig, wo der Protagonist herumlief. Die Leser, besonders hier in der Region sollen beim Lesen einen „AHA“-Effekt bekommen. 

Deshalb spielen die Stories auch in Prüm, Bitburg, Trier, Peking, Omaha, Lhasa (Tibet), Florida und zum Beispiel auch „Mäc Hämpi“ in Prüm.

Stadt Kyllburg:  Verraten Sie uns ein wenig über Ihre neuestes Buch?

Mirko Tomio:  In Dreamjumper Teil 3 „Bleib wach oder stirb“ werden nahezu alle Rätsel gelöst und Taylor Turner muss erneut haarsträubende, unglaubliche Abenteuer bestehen. 

Nach einem Blutbad in der Kölner KTU übernimmt Kommissar Karl Schmied den Fall und Taylor Turner gerät sofort ins Visier der Ermittlungen. Da die Morde keinen natürlichen Ursprung haben, wird Taylor als einziger bekannter Traumspringer als Haupttäter verdächtigt. Um seine Unschuld zu beweisen, kooperiert er mit der Sondereinheit, die auf Klarträume spezialisiert ist. Mit seiner Hilfe realisieren die Beamten Verfolgungsjagden in fremde Träume, die alle in große Gefahr bringen. Gemeinsam überschreiten sie Barrieren des Unvorstellbaren und werden mit ihren dunkelsten Ängsten konfrontiert. Wieder einmal erfahren alle Beteiligten, dass ihre tiefsten Geheimnisse oft nicht tief genug vergraben sind. Jetzt verschmelzen Grenzen von Traum und Realität nicht mehr. Jetzt werden sie gesprengt .

Stadt Kyllburg:  Haben Sie Dank für Ihre Zeit und unser entspanntes Wandergespräch, Herr Tomio. Viel Erfolg weiterhin und uns allen viel Spaß beim Genießen Ihrer Stories über Taylor Turner und seine Abenteuer als Traumspringer.

Das Interview mit Mirko Tomio haben wir vor der Sendung aufgezeichnet  😉    

Wenn wir es technisch einrichten können, veranstalten wir einmal eine Online-Lesung mit Mirko Tomio.

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